Archive for the ‘Oracle’ Category

Oracle Open World 2010 – Tops, Flops and Trends und warum Oracle ein neues Linux braucht.

Monday, September 27th, 2010

Die Oracle Open World 2010 ist letzten Donnerstag zu Ende gegangen. Ich befinde mich zurzeit (Montag 27. September 2010) im Flieger von Mailand nach Bukarest und versuche die Eindrücke der vergangen Woche in ein paar Zeilen zu fassen.

Als erstes möchte ich mich bei den Organisatoren des Events bedanken und Ihnen ein dickes Lob aussprechen: You have done a great job! Der ganze Event war von Anfang bis Ende perfekt organisiert.

„The palce to be“ war eindeutig die neu eingeführte „Juice Bar“ beim Eingang des Yerba Buena Vista Theatre. Neben den vitaminreichen Säften mit „fantasievollen“;) Namen wie „The cloud“ konnte ich es mir für ein paar Minuten in den Rattansesseln bequem machen und die kalifornischen Sonnenstrahlen geniessen. Ich habe dort die ganze Woche hindurch immer wieder interessante Gespräche mit Kunden und Oracle Mitarbeitern geführt.

Die Tops:

1. Die Atmosphäre
2. Die Einführung der Exalogic als auch der Support von Solaris für Exadata
3. Die Freigabe von Solaris für Cisco UCS und die pretested und certified Oracle RAC Konfiguration für UCS.
4. Die neuen Sun Rays, toll zu sehen, dass Oracle an VDI und den Zero Client glaubt
5. Die Einführung der T3 Server -> bis zu 30 X86 Server lassen sich damit konsolidieren.

Die Trends:

1. Consumer IT ist die Zukunft. z. B. hat Zynga innert 3 Jahren 200 Millionen User generiert (schneller als Facebook)welche ein x-faches einer Banktransaktion machen.
2. Everything as a Service: Die meisten Kunden werden in Zukunft nicht mehr IT kaufen sondern nur noch nutzen, selbst die ganz ganz Grossen.
3. Unified Frabric is the future! Nur noch IP, egal ob Server oder Storage. Die Zukunft liegt in der 10, 40 oder 100 Gbit Ethernet Technolgie. Fibre oder Infiniband nur noch dort wo es sein muss.
4. iPads, 80% aller Oracle Schweiz Mitarbeiter welche dort waren haben sich das Gadget gekauft und es werden bestimmt noch mehr
5. Open Standards anstelle von Open Source. Fusion ist eines dieser Beispiele

Die Flops:

1. Die Keynote von Larry Ellison. Am Sonntag als auch am Mittwoch hat er zweimal das gleiche präsentiert und sich dabei völlig verzettelt.

2. Die Keynote von Infosys war unterirdisch und von Michael Dell hätte ich mehr erwartet. Er zeigte ein ein Tablet welches nicht richtig funktionierten wollte und den Rest der Zeit hat er Kunden präsentieren lassen.

Warum Oracle ein neues Linux braucht:

Wie in meinem Zwischenbericht der Oracle Open World 2010 habe ich die OS Strategie von Oracle nicht ganz verstanden. Ich habe mich in den letzten 2 Tagen an der Oracle Open World auf die Socken gemacht und dieses Thema sowohl mit verschiedenen Kunden als auch verschiedenen Mitarbeitern von Oracle diskutiert. Dabei habe ich folgendes herausgefunden:

Oracle wird wohl anfangs 2011 einen 16 Socket Server mit Intel Chips und später noch einen 32 Socket Server auf den Markt bringen (Exadata Mega Extreme und Exadata Giga Extreme). Anscheinend ist die aktuelle Version von Red Hat nicht in der Lage entsprechend zu skalieren. Oracle hat dies mit Red Hat besprochen, ist aber nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Aus diesem Grund hat man nun ein eigenes Linux mit ausgewechseltem Kernel eingeführt. Diese Version skaliert entsprechend den Vorstellungen von Oracle und ist zu Red Hat zu 100% kompatibel. Somit steht der Einführung von neuen Systemen nichts mehr im Wege. Ich bin gespannt auf die Announcements.

Oracle Open World – ein Zwischenbericht auch San Francisco

Tuesday, September 21st, 2010

Vor einem Jahr war ich das erste Mal in San Francisco an der Oracle Open World. Was hat sich nun in diesem Jahr verändert? Ein erster Zwischenbericht.

1. Larry hat “The Auld Mug” nach “the city” (so nennen die San Franciscoianer ihre Stadt liebevoll) gebracht. Ich glaube es werden an der Oracle Open World die meisten Fotos von der “silbernen Hardware” gemacht. Da kann auch die neue angekündigte Exalogic oder Exadata Extreme nicht mithalten.

Bei der Keynote von Larry waren auch die meisten Segler des Winning-Teams BMWORACLE zusammen mit Russell Coutts anwesend. Der Applaus den Larry und die Segler erhalten haben war riesig und die Amerikaner sind “very proud”, dass Larry die Trophäe zurückgebracht hat.

2. iPads – überall wo ich hinschaue hat es Teilnehmer die auf ihrem iPad rumtappen. Und es werden jeden Tag mehr. Der Apple Shop um die Ecke schiebt die Dinger im Sekundentakt über den Ladentisch an Teilnehmer der Oracle Open Word. Selbst ich habe meines dabei (brav in der Schweiz gekauft) und geniesse die Vorteile des iPads. Ich weiss, im Januar 2010 habe ich hier im Blog noch geschrieben, dass das iPad keinen Sinn macht und ich am Erfolg des Gerätes zweifle. Ich habe mich getäuscht! Das Ding ist very stylish und VERY INN. Die Vorteile liegen auf der Hand, 8 – 10 Stunden Laufzeit, leicht und einfach zu bedienen. Während einem grossen Teil der Notebookuser bereits am Mittag der Saft ausgeht und diese mühsam nach einer Steckdose Ausschau halten müssen oder andere sich auf dem iPhone beim beantworten der Mails ständig vertappen, scheinen die iPad Benutzer das Ei des Columbus gefunden zu haben.

3. Oracles Hardwareoffensive ist gewaltig. Überall wo man hinschaut sieht man Oracle Hardware. Auf Plakaten, auf dem Demoground und selbst die für die Teilnehmer zur Verfügung gestellten Terminals basieren auf der Sun Ray Technologie (letzte Jahr waren es noch Notebooks). Kunden welche den zukünftigen Einsatz von Oracle Hardware nicht prüfen kann ich schlicht und einfach nicht verstehen. Folgendes gilt es aus meiner Sicht dabei zu verstehen. Oracle will klar den Enterprise Markt. Dort wo Oracle Software eingesetzt wird, soll diese wenn immer möglich auf Oracle Hardware laufen. Das ist die klare und eindeutige Message hier an der Oracle World 2010. Am restlichen Markt scheint Oracle kein wirkliches Interesse zu haben. Wer einen Windows Rechner, VMware oder DB2 Rechner braucht, ist wohl besser bedient mit Cisco, HP oder IBM.

4. eine OS-Strategie, welche ich nicht verstehe. Mit der Einführung des “Unbreakable Enterprise Kernel for Oracle Linux” führ Oracle eine neues Linux OS ein. Die Vorteile im Bereich der Performance gegenüber RedHat sind gewaltig. Doch warum ein zusätzliches OS. Wäre dies nicht auch mit Solaris für X86 möglich gewesen. Ich verstehe es nicht und auch andere Teilnehmer scheine es nicht zu verstehen. Um Aufklärung wäre ich dankbar.

IBM lobt Oracle und fühlt sich gleichzeitig bedroht!

Wednesday, September 15th, 2010

Dickes Lob von IBM Chef Palmisano an Oracle:

Die meisten Sorgen macht Palmisano der Konkurrent Oracle, er werde längerfristig zur größten Bedrohung für IBM. “Oracle investiert”, sagte Palmisano, der zugleich Oracle-Chef Larry Ellison lobte. IBM konkurriert mit Oracle im Bereich Datenbanken, verkauft aber Oracle-Produkte an seine Kunden.

Ich persönlich bin ja gespannt was Oracle nächste Woche alles an der Oracle Open World präsentieren wird. Jedenfalls scheint IBM die Oracle/Sun Geschichte ernst zu nehmen:

Ganzer Artikel unter: http://www.golem.de/1009/77971.html

Was ist die Zukunft der Sun Technologie?

Tuesday, August 10th, 2010

John Fowler von Oracle hat heute an einem Webcast Einblick in die Zukunft der von Oracle gekauften Sun Technologie geben.

Die erhaltenen Informationen sind ein erster Schritt, waren aus meiner Sicht aber noch ungenügend. So fehlten Aussagen zu OpenSolaris, dem Enterprise Disk Storage (wo die Partnerschaft zu HDS aufgelöst wurde) als auch detailliertere Informationen zur Zukunft der SPARC Technologie. Ich hoffe, dass Oracle mehr Informationen an der Oracle Openworld im September 2010 bereitstellen wird und auch einen detaillierten Einblick gewährt.

Die präsentierte Roadmap im Bezug auf SPARC hatte zwar eine Timeline bis 2015, ist aber für mich im Vergleich zur Konkurrenz (Intel, IBM) eindeutig zu kurz. Was sind schon 5 Jahre in der Halbleiterindustrie?

Bei der Storage Roadmap hat John Fowler nichts konkretes gezeigt. Zwar wurde auf die technologische Weiterentwicklung der OpenStorage Produkte und der Tape Technologie hingewiesen, doch dies alleine genügt dem Kunden sicher nicht. Hier sind klare Statements und Produkte im Bezug auf den Enterprise Disk Storage nötig.

Weiter habe ich eine Aussage im Bezug auf die Zusammenarbeit mit Fujitsu vermisst. Wird Fujitsu auch in Zukunft sämtliche SPARC Server von Oracle im Angebot haben?

Es hat aber auch ein paar interessante und für mich überraschende Aussagen bzw. Informationen gegeben. Aus meiner Sicht waren dies:

  • Solaris 11 wird im nächsten Jahr (2011) auf den Markt kommen.
  • Mit der SPARC Technologie soll 2015 bis 16’384 Threads und 64 TB Memories möglich sein
  • Sun Ops Center strategisch als Management Center für Sun Hardware, Kompatibilität zu Enterprise Manager soll sichergestellt werden (Ops Center = Oracle Hardware, Enterprise Manager = Oracle Software)
  • Deployment von Sun Servern mit Sun Ops Center um ein vielfaches schneller als bisher

Gerade von den letzten beiden Punkte erhoffe ich mir viel. Denn nur dank der Weiterenwicklung von Ops Center und Schnittstellen zum Enterprise Manager kann der Kunde in Zukunft seine Betriebsaufwände reduzieren.

Warum Oracle's neues Support Modell interessant ist…

Tuesday, April 13th, 2010

Oracle hat letzte Woche seinen Partnern sein neues Supportmodell für Hardware vorgestellt.

Neu gibt es nur noch Premier Support (7×24 mit 2 Stunden Reaktionszeit). Somit hat der Kunde folgende drei Möglichkeiten:

  • jährlich 12% vom Beschaffungspreis zu bezahlen -> dafür erhält er Systems Support (HW + OS, wobei der Kunde hier zwischen Solaris, Oracle Enterprise Linux und Oracle VM wählen kann)
  • jährlich 8% vom Beschaffungspreis zu bezahlen-> dafür erhält er OS Support only und dies anschienend nur auf Sun Hardware
  • nichts zu bezahlen und dafür keinen Support zu bekommen. In diesem Fall ist auch kein Support auf Time + Material Basis möglich

Die ersten Reaktionen der Kunden möchte ich hier nicht wiedergeben. Alle finden zurzeit die jährlichen 12% als zu hoch. Bei einem M5000 für $200’000 kann ich dies durchaus verstehen. Auf den zweiten Blick finde ich das Angebot aber sehr sehr interessant. Nehmen wir einmal an, wir beschaffen uns einen X86 Server für $ 5000. Die jährlichen Supportkosten inkl. OS belaufen sich neu auf $ 600 inkl. HW, OS und Virtualisierungstechnologie mit einer Reaktionszeit von 2 Stunden.

Angenommen ich möchte das gleiche Angebot auf einem gleich teuren System bei der Konkurrenz mit Windows, Linux oder VMware Support haben, bezahle ich garantiert mehr als die $600. Alleine die jährlichen  Supportkosten für VMware Windows oder Linux sind höher als bei Oracle für das komplette System. Ich bin mir bewusst, dass diese Kalkulation nur bei den Volume-Systems funktioniert, ein Bereich welcher bisher von der Konkurrenz beherrscht wurde. Ich bin gespannt was die Reaktionen sein werden.